Kernspintomographie (Magnetresonanztherapie, MRT)

1. Kopf
2. Halsweichteile
3. Wirbelsäule
4. Thorax, Mediastinum, Herz
5. Brustdrüse
6. Oberbauch
7. Becken
8. Prostata

19. Gelenke
10. Extremitäten
11. Gallengang (MRCP) ohne Kontrastmittel i-punkt
12. Gefäßdarstellung (Angiographie)
13. Untersuchungen in Narkose i-punkt
14. MR-Angiographie pfeil
15. MR-Mammographie pfeil
16. Cardio-MRT pfeil

 

i-punkt = Besondere Vorbereitung:
Nüchternheit, auch kein Nikotin.


MR-Mammographie

Was kann die MR-Mammographie und was kann sie nicht?
Die MR-Mammographie besitzt etliche diagnostische Vorteile gegenüber der konventionellen (Röntgen) Mammographie, aber auch Nachteile:

Vorteile:

  • Sie ist röntgenstrahlenfrei und unschädlich
  • Sie vermag das Brustgewebe vollständig bis zur Brustwand und vorderen Achsel zu erfassen und gibt einen guten Überblick
  • Die Brüste werden kaum verformt, was für die präzise Ortsbestimmung von Herdbefunden hilfreich ist
  • Sie stellt das Drüsengewebe in dünnsten Schichten präzise dar und leidet nicht unter Überlagerungen
  • Sie bildet die einzelnen Gewebeanteile der Brustdrüse unterschiedlich ab
  • Sie kann den Durchblutungsgrad der einzelnen Herde darstellen, was für die Tumorentdeckung von entscheidender Bedeutung ist
  • Sie kann mit gewissen Einschränkungen vermutlich mehr Krebsherde entdecken als die Mammographie
  • Sie kann den Zustand von Brustimplantaten beurteilen und Defekte erkennen, sie schaut auch hinter die Implantate.

Nachteile:

  • Sie vermag keinen Mikrokalk zu erkennen (schwerwiegender Nachteil!)
  • Sie kann nur begrenzt zwischen bös- und gutartigen Herden unterscheiden
  • Sie findet mehr Herde als die Mammographie und führt möglicherweise eher zur
    „Überdiagnostik“
  • Sie kann nicht jeden Krebs erkennen
  • Ihre Interpretation ist stark untersucherabhängig
  • Sie ist aufwendiger und teurer als die Mammographie
  • Sie ist nicht überall verfügbar
  • Die gesetzlichen Krankenkassen haben die Indikation enorm beschränkt

Die MR-Mammographie ist damit eine ergänzende Untersuchung, welche die üblichen diagnostischen Verfahren an der Brustdrüse nicht ersetzt! Wenn diese keinen auffälligen Befund ergeben, ist auch in der Regel keine weitere Abklärung erforderlich. Aus verschiedenen Gründen kann aber eine weitergehende Diagnostik sinnvoll oder wünschenswert sein.

Wann ist diese Untersuchung sinnvoll?

  • Wenn vorangehende Untersuchungsverfahren keine ausreichende Klärung der Frage nach Brustkrebs erreichen konnten
  • Bei Hochrisikopatientinnen mit genetischer oder starker familiärer Belastung durch Brustkrebs und Eierstockkrebs
  • Bei Brustimplantatträgerinnen, die nur unzureichend mammographisch und sonographisch untersuchbar sind
  • Wenn eine Indikation zur operativen Klärung fraglich ist
  • Wenn ein Brustkrebs festgestellt worden ist und Unsicherheit über weitere Herde oder die Ausdehnung bestehen
  • Nach Therapie einer Brustkrebserkrankung und Unsicherheit zum Ausschluß eines Rezidivs
  • Nach Entfernung eines bösartigen Lymphknotens aus einer Achsel und dem Verdacht auf einen versteckten Brustkrebs
  • Zur Kontrolle der Tumorverkleinerung oder –zerstörung durch eine laufende Chemotherapie bei gesichertem, aber noch nicht operierten Brustkrebs

Welche Untersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen kostenmäßig übernommen, wer hat Anspruch darauf?
Es gibt nur zwei streng begrenzte Indikationen, die von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden:

  • Der Verdacht auf einen versteckten Brustkrebs nach operativ gesichertem bösartigen Befall der Achsellymphknoten durch Brustkrebs, der mit den üblichen Verfahren nicht nachzuweisen ist.
  • Zum Ausschluß eines Tumorrezidivs nach Therapie eines Brustkrebses und bei unzureichender diagnostischer Sicherheit der üblichen Untersuchungsverfahren.

(Dies ist die häufigste Indikation. Hierzu ist keine Kostengenehmigung durch die Krankenkasse erforderlich. Die Überweisung durch den Gynäkologen oder betreuenden Hausarzt reicht aus!)

Alle anderen Indikationen werden als individuelle Gesundheitsleistung eingestuft, so dass die Kosten von den Patientinnen selbst getragen werden müssen. In Einzelfällen kann die zuständige Krankenkasse hier eine Kostenübernahme auf Antrag aussprechen.

Was gilt für Privatversicherte?
Alle privaten Versicherungsträger übernehmen die Kosten für die MR-Mammographie nach unserem Kenntnisstand, sofern sie ärztlich verordnet wird.

Wer darf die Untersuchung für die gesetzlichen Krankenkassen durchführen?
Nur Ärzte, die über die spezielle Zulassung zur Durchführung der MR-Mammographie verfügen. Diese setzt ein umfangreiches Genehmigungsverfahren und eine jährliche Überprüfung der Mindestzahl an durchzuführenden Untersuchungen voraus. Unsere Praxis blickt auf eine große Erfahrung mit Untersuchungen seit 1992 zurück.

Wie wird die Untersuchung durchgeführt?
Die Untersuchung der Brustdrüse ist eine elektromagnetische Schichtuntersuchung, die in Bauchlage in einem Magnetrohr durchgeführt wird. Die Untersuchungsliege hat spezielle Vertiefungen in denen beide Brüste untersucht werden können. Die Brüste werden dabei nicht komprimiert. Dies ist insbesondere für Implantatträgerinnen wichtig.

Die Standarduntersuchung schließt die Verwendung eines paramagnetischen Kontrastmittels mit ein. Insbesondere die Entdeckung von Brustkrebs setzt den Einsatz eines solchen Mittels zwingend voraus. Der Untersuchungsablauf besteht aus 2 Phasen: Bildserien vor und nach Kontrastmittelgabe.

Die Qualität der Untersuchung wird durch Ihre Mitarbeit entscheidend mit beeinflusst: Da im Lauf der Untersuchung mehr als 500 Einzelbilder im Bereich weniger mm Dicke erzeugt werden, kommt der ruhigen Lage über ca. 20 Minuten eine entscheidende Bedeutung zu.

Aber machen Sie sich nicht zu große Sorgen: Bisher haben mehr als 1000 Frauen in unserer Praxis diese Untersuchung in den vergangen Jahren relativ problemlos überstanden!

Wenn Sie dem zustimmen, können wir Ihrer Fähigkeit zur Entspannung mit wenigen ml eines i.v. gespritzten Medikamentes (Diazepam z.B. Valium) verbessern.

Während der Untersuchungsphase bestehen laute Geräusche des Magneten, wogegen wir Ihre Ohren mit Ohrstöpsel oder Kopfhörern schützen. Wie alle Patienten in der MRT werden Sie permanent überwacht und können sich jederzeit bei den Mitarbeitern melden, falls Probleme oder Ängste auftauchen sollten.

Wie geht es nach der Untersuchung weiter?
Bereits vor der Untersuchung wird der Sie betreuende Radiologe eine Absprache mit Ihnen über das organisatorische Vorgehen „des Danach“ treffen.

Die vorläufige bzw. orientierende Auswertung dauert in der Regel 45 – 60 min., die endgültige und vollständige Auswertung incl. der schriftlichen Befunderstellung braucht in der Regel länger. Für ein erstes Gespräch mit dem auswertenden Arzt können Sie sich nach der o.g. Wartezeit am Empfang melden oder auch zwischendurch die Praxis nach Absprache verlassen. Wenn Sie nur mit Ihrem betreuenden Gynäkologen oder Hausarzt ein Gespräch über das Befundergebnis wünschen, steht dem nichts entgegen. Der Befund ist in wenigen Tagen bei ihm, in dringlichen Fällen erfolgt die Übermittlung per Fax oder Telefon.